Kunst zum Leben, No 3

Überall muss das Künstlerische wirksam werden. Und was, wenn es dies tatsächlich wird? Wenn jemand dies nicht um des Künstlerischen Willens tut, sondern eigenverantwortlich aktiv wird? Was, wenn dies tatsächlich einen Einfluss auf das konkrete Lebensumfeld, die Umwelt hat? Und wenn dies sogar im grossen Massstab geschieht?
Die Dinge selbst in die Hand nehmen und nach Strategien zu suchen, wie die Verantwortung – sei es für sich selbst oder für andere – übernommen werden kann, dies ist der Modus, der oft als subversiv gilt. Wenn auf den Staat kein Verlass ist und Hoffen nicht weiterhilft, oder wenn Probleme anders angegangen und gelöst werden, als man es selbst gerne hätte, dann beginnt die Entwicklungsreise über die Grenzen der Planbarkeit und der offiziellen Arbeitsteilung.
Uns interessieren in dieser Ausgabe anonyme Helden, welche ihre Stadt umplanen, autonom agieren und versuchen, das Unpassende für sich passend zu machen. Unsere Aufmerksamkeit wird geweckt durch Projekte, die den direkten, unmittelbaren Zugang zur Stadt, zu ihren Stadtbürgern suchen und so oft bestehende Strukturen überschreiten.
Mit Sensibilität wird ganz im Konkreten gestaltet, manchmal ohne grosse Aufmerksamkeit des Kunstkontextes. Werden gerade hier, wo es eben um etwas geht, grosse Veränderungen ausgelöst? Welcher Art sind sie? Wollen diese Projekte mehr als einfach eine funktionierende Stadt? Und was könnte ein Mehrwert sein?
»Manche wachrütteln, andere einschläfern«, ganz nach dem Motto des russischen Streetart Künstlers Kirill Kto stellen wir Projekte vor, welche Stadtentwicklung anders angehen. Nämlich nachhaltig, teilhabend, imaginativ, anpackend, modellhaft. Projekte, die manchmal erwünscht, oft eher ungefragt das Lebensumfeld beeinflussen und verändern. Das Konkrete und Lebensnahe steht dabei oft im Zentrum. Die Projekte können als Kunst wirken, sind aber auch ganz einfach ein Teil des alltäglichen Lebens.
Carole Kambli denkt über den Begriff der Nachhaltigkeit in Bezug auf Kunst im öffentlichen Raum nach und schlägt konkret ein Konzept vor, das gerne erprobt werden möchte.
Der Künstler Christoph Faulhaber hat ein innovatives Kunst- und Bau-Projekt für die neue genossenschaftliche Wohnsiedlung Kalkbreite in Zürich entwickelt, welches gleichzeitig die Nähe der Bewohner wie auch den Finanzmarkt sucht. Sabine Wolf stellt das Projekt vor und beleuchtet, wie sich beides auf das Kunstprojekt auswirkt.
Das imaginäre Potenzial einer Stadt blüht in diesem Herbst im Theater Gessnerallee auf. Die Gruppe zURBs entführt uns in das unsichtbare Zürich und sammelt es in einem Archiv. Wir sind gespannt auf die Wechselwirkung des Imaginären auf das Reale.
Margarita Augustin portraitiert den russischen Streetart Künstler Kirill Kto, dessen radikale politische Regimekritik sich aus konkreten kommunalen Problemen nährt.
Die Kunstorganisation Urbane Künste Ruhr realisiert exemplarische Projekte mit Modellcharakter. Henning Mohr berichtet über das Symposium MY CITY, welches im Rahmen der Urbanen Künste Ruhr stattgefunden hat und beleuchtet die Positionen, welche unterschiedliche Aneignungsstrategien vertreten.
Die Transformation des PROGR in Bern lässt Martin Waldmeier Revue passieren. Er befasst sich in seinem Beitrag damit, wie die Kunst und ihre Szene, die Stadt und die Institution zueinander in einem Abhängigkeitsverhältnis stehen. Was geschieht, wenn Künstlerinnen und Künstler selbst in diesem Spannungsfeld aktiv werden und politisch intervenieren, um der Stadt Raum zu schaffen?
Das Architektenkollektiv Raumlabor aus Berlin spricht im Interview mit Imanuel Schipper über die Hintergründe seiner Arbeit, seine Konzepte und Ansätze und stellt einzelne Arbeiten vor.
Im zweiten Interview spricht Jacqueline Parish, die Leiterin der Abteilung Gestaltung Stadträume des Tiefbauamtes Zürich, über den von ihr und ihrem Team entwickelten Ansatz, die Aktualität von Stadträumen bei Sanierungen immer gleich mitzuüberprüfen.
In den Fotografien von Mirjam Wirz wird das Phänomen der Sonidero City, einer Mexikanischen DJ-Kultur im öffentlichen Raum, vorgestellt.
Über das interdisziplinäre Symposium »rePLAYCE:theCITY« berichtet Esther Bevis und diskutiert Aspekte des künstlerischen und alltäglichen Spielens und Gamens in urbanen Räumen.
Alle diese Position verbindet die Auffassung, dass Stadt auch ein soziales Artefakt ist, auf das durch künstlerische Strategien Einfluss genommen wird.

Sonidero City

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Zukunft bedenken und Zukunft stiften. Kriterien der Nachhaltigkeit zeitgenössischer Kunstprojekte im öffentlichen Raum

In den letzten Jahren wurde in zahlreichen Ausstellungen, Symposien und Konferenzen über die Beziehung zwischen Kunst und Stadt, Partizipation und Öffentlichkeit nachgedacht. Häufig wurden temporäre, experimentelle und spielerische Formen der Stadtnutzung erprobt und diskutiert. Als Kuratorin des Kunstparcours »Lost in … Beitrag ansehen

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PLAY

Cities are a compound of static and fluid layers whose stratification reveals their historical, political and cultural intricacies. The arts are part of these urban strata that regulates individuals, groups and institutions within the constructed hierarchies and categories that simultaneously … Beitrag ansehen

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Vielfältige, lebendige Stadträume schaffen – Interview mit Jacqueline Parish

Christina Schumacher: Jacqueline Parish – Du bist eine in Schottland und Holland ausgebildete, über lange Jahre praktizierende Landschaftsarchitektin; du hast berufsbegleitend an der ETH Zürich Raumplanung studiert und am Departement Architektur den Master of Advanced Studies in Landschaftsarchitektur geleitet. Seit … Beitrag ansehen

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invisible Zürichs and the alternative city archive, part 3: Common exhibition…

As »invisible Zürichs« was coming to an end, the question we kept getting from the participants of our workshops and visitors to the stadtARCHIV was: »What will happen with the archive when the project is over?« This was an important … Beitrag ansehen

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invisible Zürichs and the alternative city archive, part 2

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Der PROGR: Ein Kunst-Ort im Strukturwandel

Die Freude war gross. Als sich am 17. Mai 2009 die Berner Stimmbevölkerung mit 66% zugunsten der Erhaltung des PROGR Zentrums für Kulturproduktion ausgesprochen hatte, wurde das Resultat als Sieg für eine lebendige Kulturlandschaft im Zentrum Berns gefeiert. Ein Künstler … Beitrag ansehen

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Auf der Suche nach dem verlorenen Sinn: Der Moskauer Street Art Künstler Kirill Kto

Der vorliegende Essay entstand nach zwei Reisen nach Moskau im Oktober 2012 und März 2013 und basiert auf dem Material, das beim direkten Kontakt mit Moskauer Street Art Künstlern während ihrer Stadtinterventionen gesammelt wurde. Dabei interessierte sich die Autorin insbesondere … Beitrag ansehen

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»Stadt selbst machen« zwischen individueller Aneignung und politischer Verpflichtung. Zur zentralen Kontroverse des Symposiums MYCITY der Urbanen Künste Ruhr

Todgesagte leben länger: nachdem der Stadt aufgrund wachsender sozialer Problemlagen jahrelang die nahende Bedeutungslosigkeit prophezeit wurde, erlebt sie plötzlich ein erstaunliches Comeback. Sie gilt heute als innovationsförderndes Labor einer wissens- und kreativitätsbasierten Gesellschaft, da die Menschen hier die notwendigen Räume … Beitrag ansehen

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»Genossenschaften« – Kunst-und-Bau Neubau Kalkbreite

Auch in Zürich muss bei Bauten mit öffentlicher Beteiligung ein bestimmter Anteil der Baukosten für Kunst ausgeschieden werden. Die Idee hinter dieser Art von institutionalisierter Kunst ist es, Akzeptanz und Identifikation der Nutzer mit ihrem Bauwerk sowie in der Öffentlichkeit … Beitrag ansehen

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